Es gibt diesen einen Moment am Morgen, wenn die Welt noch leise ist, das Licht sanft durchs Fenster fällt und in der Küche der Duft von frisch gebrühtem Kaffee aufsteigt. Wer diesen Moment wirklich auskosten will, greift nicht zum schnellen Espresso oder zum wässrigen Filterkaffee, sondern gönnt sich einen Café Crème – diesen wunderbar ausgewogenen Klassiker mit seiner goldenen, feinporigen Crema.
Der Café Crème ist mehr als nur eine Kaffeespezialität – er ist eine Hommage an die Schweizer Kaffeekultur, an Genuss ohne Eile, an Tiefe ohne Bitterkeit. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über diesen Kaffee wissen musst: wie man ihn perfekt zubereitet, welche Bohnen sich eignen und welche kleinen Kniffe den Unterschied machen.
Was macht einen Café Crème aus?
Der Begriff Café Crème stammt ursprünglich aus der französischsprachigen Schweiz und steht für einen verlängerten Kaffee, der auf einer Espressomaschine zubereitet wird. Anders als beim klassischen Filterkaffee wird heißes Wasser unter Druck durch frisch gemahlenes Kaffeemehl gepresst – ähnlich wie beim Espresso, aber mit deutlich mehr Wasser. Das Ergebnis: ein vollmundiger, kräftiger Kaffee mit einer stabilen Crema.
Wichtig ist: Ein Es ist kein verlängerter Espresso. Er braucht seine eigene Röstung, seine eigene Mahlung – und vor allem seine eigene Aufmerksamkeit.
Zutaten
Die Basis eines richtig guten Café Crème ist denkbar einfach, doch wie so oft liegt der Teufel im Detail. Du brauchst:
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18–20 g frisch gemahlene Kaffeebohnen
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150–180 ml heißes Wasser (ca. 92–94 °C)
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Eine Siebträgermaschine oder ein Vollautomat mit Café Crème-Einstellung
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Frisch gefiltertes Wasser
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Optional: ein Schuss warme Milch oder Kaffeesahne
Zubereitung
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Die Bohnenwahl
Verwende möglichst eine spezielle Café Crème-Röstung. Diese ist heller als Espressoröstungen, hat weniger Bitterstoffe und bringt feinere Aromen hervor – oft mit nussigen oder schokoladigen Noten.
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Frisch mahlen
Mahle die Bohnen direkt vor der Zubereitung. Die Körnung sollte etwas gröber sein als beim Espresso, damit das Wasser nicht zu langsam durchläuft.
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Siebträger oder Vollautomat vorbereiten
Die Maschine sollte vorgewärmt sein. Spüle den Siebträger kurz mit heißem Wasser durch, damit keine Temperaturunterschiede entstehen.
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Kaffee einfüllen und tampern
Fülle ca. 18–20 g Kaffeemehl in den Siebträger und drücke es mit gleichmäßigem Druck an. Kein zu harter Druck – Es soll leichter extrahiert werden als ein Espresso.
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Extraktion starten
Lasse das heiße Wasser für ca. 25–30 Sekunden durchlaufen. Ziel ist ein Ausstoß von rund 150–180 ml Kaffee. Die Crema sollte gleichmäßig, goldbraun und stabil sein.
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Servieren
Gieße den Kaffee direkt in eine vorgewärmte Tasse. Optional kannst du ein wenig warme Milch oder Kaffeesahne hinzufügen, aber das ist reine Geschmackssache.
Tipps und Tricks für perfekten Café Crème
1. Wasserqualität entscheidet
Leitungswasser mit viel Kalk oder Chlor kann den Geschmack ruinieren. Nutze wenn möglich gefiltertes Wasser.
2. Die richtige Röstung
Viele Röster bieten inzwischen spezielle Café Crème-Mischungen an. Diese sind perfekt abgestimmt für die verlängerte Extraktion und entfalten besonders harmonische Aromen.
3. Keine Experimente mit Espressobohnen
Espressobohnen sind meist zu dunkel geröstet. Das führt bei längerer Extraktion zu Bitterkeit. Für Es eignen sich hellere Röstungen mit mittlerem Säureprofil.
4. Nicht zu heiß extrahieren
Temperaturen über 94 °C lösen zu viele Bitterstoffe. Lieber knapp unter 94 °C bleiben – das sorgt für sanfte, ausgewogene Aromen.
5. Auf die Crema achten
Eine gleichmäßige, goldene Crema ist das Zeichen für guten Druck, perfekte Temperatur und die richtige Bohne. Ist die Crema zu hell oder zu dünn, stimmt meist die Extraktion nicht.
Persönlicher Einblick
Ich erinnere mich noch gut an mein erstes echtes Erlebnis mit Café Crème. Es war in einem kleinen Berghotel in Graubünden. Der Kellner brachte mir diese große, vorgewärmte Tasse mit einem Getränk, das auf den ersten Blick wie ein zu langer Espresso wirkte. Aber dann kam der erste Schluck – weich, aromatisch, null bitter. Ich war sofort begeistert. Seitdem gehört Es für mich zu den besten Wegen, den Tag zu beginnen. Und das Schöne: Mit ein bisschen Übung gelingt er auch zu Hause perfekt.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema
Was ist ein Café Crème?
Ein Café Crème ist ein Kaffee, der auf der Espressomaschine zubereitet wird, jedoch mit mehr Wasser als beim Espresso. Dadurch entsteht ein milder, aromatischer Kaffee mit einer stabilen Crema.
Worin liegt der Unterschied zwischen Café Crème und Espresso?
Ein Espresso ist kurz, stark und konzentriert. Café Crème ist milder, größer in der Menge (150–180 ml) und hat durch die längere Extraktion ein ausgewogeneres Geschmacksprofil.
Kann ich Café Crème auch mit einer Filtermaschine machen?
Nicht wirklich. Die besondere Crema und das dichte Aroma entstehen nur durch die Druckextraktion der Espressomaschine oder eines guten Vollautomaten.
Wie viele Kalorien hat ein Café Crème?
Ohne Milch oder Zucker liegt ein Café Crème bei etwa 2–3 Kalorien pro Tasse. Mit Milch oder Sahne natürlich mehr – je nach Menge.
Welcher Mahlgrad ist ideal für Café Crème?
Etwas gröber als Espressomahlung, aber feiner als Filterkaffee. Das Wasser soll in etwa 25–30 Sekunden durchlaufen – das ist ein guter Richtwert.
Fazit
Der Café Crème ist nicht nur ein Getränk, sondern ein kleines Ritual. Er steht für den bewussten Genuss, für ein paar Minuten Ruhe und für die Liebe zum Handwerk. Wer ihn einmal richtig zubereitet hat, wird seine tägliche Tasse Kaffee mit ganz neuen Augen sehen.
Ob du ihn pur trinkst, mit einem Hauch Milch oder lieber ganz klassisch wie in den Alpenregionen – der Es hat sich seinen festen Platz in der Welt der Kaffeekultur verdient. Probier’s aus – vielleicht wird er auch dein neuer Lieblingskaffee.





