Sauerbraten – allein der Name lässt Liebhaber der traditionellen deutschen Küche aufhorchen. Dieses Schmorgericht ist ein echter Klassiker und steht für Heimat, Wärme und Geschmack. Ob sonntags mit der Familie oder als besonderes Festessen – ein gut zubereiteter Sauerbraten bleibt unvergesslich. In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Sauerbraten wie bei Oma selbst machst. Mit dem richtigen Fleisch, einer aromatischen Marinade und der passenden Beilage gelingt dir ein Gericht, das Erinnerungen weckt.
Warum Sauerbraten so besonders ist
Sauerbraten ist weit mehr als nur ein Schmorgericht. Die besondere Zubereitung durch das Einlegen in eine würzige Marinade verleiht dem Fleisch nicht nur seinen unverwechselbaren Geschmack, sondern macht es auch besonders zart. Traditionell wird das Gericht aus Rindfleisch zubereitet, es gibt aber auch regionale Varianten mit Pferd oder Wild.
Die Kombination aus süß, sauer und würzig ist typisch für die deutsche Küche – vor allem im Rheinland, in Franken oder Schwaben ist der Sauerbraten fest verankert. Früher war er eine Möglichkeit, weniger frisches Fleisch durch Marinieren wieder genießbar zu machen. Heute schätzen Genießer das Rezept als kulinarischen Höhepunkt mit Tiefgang.
Zutaten für echten Sauerbraten (für 4 Personen)
Für die Marinade:
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750 ml Rotwein
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250 ml Rotweinessig
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250 ml Wasser
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2 Zwiebeln
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2 Möhren
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1/4 Knollensellerie
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2 Lorbeerblätter
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8 schwarze Pfefferkörner
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4 Pimentkörner
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2 Nelken
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1 TL Zucker
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1 TL Salz
Für das Fleisch:
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1,5 kg Rinderbraten (z. B. aus der Keule oder Schulter)
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2 EL Butterschmalz
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2 Zwiebeln
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1 EL Tomatenmark
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500 ml Rinderfond
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1–2 EL Rosinen (optional, rheinische Variante)
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1–2 EL Lebkuchen oder Printen (optional, für die Sauce)
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Salz und Pfeffer
Zubereitung: Schritt für Schritt zum perfekten Sauerbraten
1. Das Fleisch einlegen
Der erste und wichtigste Schritt für echten Sauerbraten ist das Einlegen. Dafür bereitest du die Marinade wie folgt zu:
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Zwiebeln, Möhren und Sellerie grob würfeln.
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In einem großen Topf Rotwein, Essig und Wasser mit dem Gemüse, Lorbeerblättern, Pfeffer, Piment, Nelken, Zucker und Salz aufkochen.
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Die Marinade vollständig abkühlen lassen.
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Das rohe Fleisch in eine große Schüssel oder einen Gefrierbeutel geben und vollständig mit der Marinade bedecken.
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Zugedeckt im Kühlschrank mindestens 3–5 Tage ziehen lassen, dabei täglich wenden.
Je länger das Fleisch in der Marinade liegt, desto intensiver wird das Aroma.

2. Fleisch anbraten
Nach dem Marinieren nimmst du das Fleisch aus der Flüssigkeit, tupfst es trocken und siebst die Marinade ab. Das Gemüse dabei unbedingt aufbewahren!
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In einem großen Bräter Butterschmalz erhitzen.
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Das Fleisch von allen Seiten kräftig anbraten.
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Herausnehmen und das abgeseihte Gemüse im Bratensatz anrösten.
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Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten.
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Mit etwas Marinade ablöschen und einkochen lassen. Diesen Schritt ein- bis zweimal wiederholen.
3. Schmoren
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Das Fleisch zurück in den Bräter geben.
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Mit der restlichen Marinade und dem Rinderfond aufgießen, sodass es gut bedeckt ist.
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Optional: Rosinen und zerbröselte Printen oder Lebkuchen hinzufügen – das gibt der Sauce Tiefe und eine feine Süße.
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Zugedeckt im Ofen bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 2,5 bis 3 Stunden schmoren.
Das Fleisch ist fertig, wenn es butterzart ist und sich mit einer Gabel leicht auseinanderziehen lässt.

4. Sauce vollenden
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Das Fleisch aus dem Bräter nehmen und warm stellen.
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Die Sauce durch ein Sieb streichen oder mit dem Gemüse pürieren – je nach Vorliebe.
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Falls die Sauce zu dünn ist, kannst du sie mit etwas Speisestärke abbinden.
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Mit Salz, Pfeffer und eventuell einem Hauch Zucker oder Essig abschmecken, bis die Balance zwischen Süße und Säure perfekt ist.
5. Servieren
Den Sauerbraten in Scheiben schneiden und mit reichlich Sauce servieren. Dazu passen hervorragend klassische Beilagen wie:
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Kartoffelklöße
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Spätzle
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Rotkohl
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Apfelrotkohl
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Semmelknödel
Geheimtipps für echten Geschmack
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Gutes Fleisch wählen: Rind aus der Keule oder Schulter eignet sich besonders gut – mit etwas Marmorierung für Saftigkeit.
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Nicht zu kurz marinieren: Die Marinierzeit ist entscheidend. Mindestens drei Tage, besser fünf!
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Geduld beim Schmoren: Lieber bei niedriger Temperatur und etwas länger garen, so wird das Fleisch besonders zart.
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Resteverwertung: Am nächsten Tag schmeckt Sauerbraten fast noch besser. Die Sauce durchgezogen, das Fleisch saftig – perfekt zum Aufwärmen!
Was macht den Sauerbraten “wie bei Oma“?
Es sind nicht nur die Zutaten, sondern auch die Sorgfalt, mit der früher gekocht wurde. Kein Fertigprodukt, kein Schnellkochtopf – sondern Zeit, Liebe zum Detail und Erfahrung. Omas haben ihre Rezepte über Generationen verfeinert. Sie wussten genau, wie lange das Fleisch in der Marinade liegen muss und wie eine perfekte Sauce schmeckt. Dieses Wissen geben wir hier weiter – damit auch dein Sauerbraten ein echtes Sonntagsvergnügen wird.
Häufig gestellte Fragen
Welches Fleisch für Sauerbraten?
Für klassischen Sauerbraten eignet sich Rindfleisch am besten – insbesondere aus der Keule oder Schulter. Es sollte gut marmoriert sein, damit es beim langen Schmoren saftig bleibt. In manchen Regionen wird auch Pferdefleisch verwendet, was jedoch heute eher selten ist.
Welches Gemüse zu Sauerbraten?
Zum Schmoren verwendet man typisches Suppengemüse: Möhren, Sellerie und Zwiebeln. Als Beilage passt gedünsteter Rotkohl, Apfelrotkohl oder Sauerkraut hervorragend zum kräftigen Aroma des Bratens.
Welche Beilage zu Sauerbraten?
Der Klassiker schlechthin sind Kartoffelklöße oder Semmelknödel. Aber auch Spätzle oder sogar ein kräftiges Bauernbrot machen sich gut als Begleiter. Wichtig ist, dass die Beilage die aromatische Sauce gut aufnehmen kann.
Welche Beilagen zu Sauerbraten?
Neben Klößen und Rotkohl bieten sich auch Rosenkohl, Wirsing oder glasiertes Gemüse an. Für moderne Varianten sind auch Kürbispüree oder Polenta denkbar.
Welches Fleisch Sauerbraten?
Wie bereits erwähnt: Rindfleisch ist der Favorit. Besonders gut geeignet ist Bug, Schulter oder Oberschale. Diese Teile haben genug Bindegewebe, um beim langen Schmoren herrlich zart zu werden.
Fazit:
Ein traditioneller Sauerbraten ist mehr als ein Gericht – er ist ein Erlebnis. Mit diesem Rezept gelingt dir der Klassiker wie bei Oma: zart, würzig, ausgewogen. Die perfekte Marinade, sorgfältiges Schmoren und eine geschmackvolle Sauce machen den Unterschied. Wer sich die Zeit nimmt und mit Liebe kocht, wird mit einem unvergesslichen Geschmack belohnt.
Bereit, dein Zuhause in einen duftenden Sonntagsbraten-Traum zu verwandeln? Dann ran an Topf und Bräter – und viel Freude beim Nachkochen!








